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Der Gründer

Informatik-Professor Detlef Schmid erhält das Bundesverdienstkreuz

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Professor Detlef Schmid erhält das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Der baden-württembergische Wissenschaftsminister Peter Frankenberg überreicht dem 74-Jährigen die Auszeichnung am Freitag, 27. Februar, 14 Uhr, im Hörsaal -101 der Fakultät für Informatik (Am Fasanengarten 5, Geb. 50.34).

Vor seinem Studium der Elektrotechnik erlernte und praktizierte Schmid den Beruf eines Uhrmachers. Das hat die Arbeitsweise des späteren Informatikers geprägt: „Ich beschäftige mich mit Problemen bis ins Detail – mit allen Vor- und Nachteilen, die damit verbunden sind“. In Karlsruhe beförderte diese Qualität einen steilen Aufstieg: vom preisgekrönten Diplom 1963 über die Promotion 1968 bis zur Berufung als Professor 1972. Dasss Schmid es attraktiv fand, in Karlsruhe zu bleiben, hatte entscheidend mit Karl Steinbuch zu tun, dessen wissenschaftlicher Assistent Schmid sieben Jahre war. Der große, 2005 verstorbene Nachrichtentechniker gilt heute als Pionier der Informatik. Dank Steinbuch, so Schmid, „bot Karlsruhe ein besseres, offeneres Umfeld für die Entstehung der Informatik als Wissenschaft als andere Standorte in Deutschland, die ebenfalls an der Entwicklung der Informatik sehr interessiert waren“.

Und diese Entwicklung gestaltete Schmid an entscheidender Stelle mit. 1972 wurde er Dekan der neu gegründeten Fakultät für Informatik an der Universität Karlsruhe, die als erste in Deutschland Diplom-Informatiker ausbildete. Nach außen genoss sie rasch hohes Ansehen – innen aber hatte sie es als Newcomer unter etablierten Fakultäten schwer. „Wir konnten uns nicht auf Tulla oder ähnliche große Vorgänger berufen“, schmunzelt Schmid, „wir mussten uns erst einmal durchsetzen“. Das gelang ihnen nicht zuletzt, weil ihnen der damalige Ministerpräsident Lothar Späth und die Universitätsleitung um Heinz Draheim wohlgesonnen waren.

 



Zugleich aber spürten Schmid und seine Mitstreiter den Reiz des Neuen: Sie gaben der Fakultät eine moderne Struktur, sie legten Wert auf eine vorzügliche Ausstattung und eine intensive Betreuung der vom Start weg etwa 600 Studierenden. Jedes Jahr präsentierten sie einen umfassenden Bericht über die geleistete Arbeit in Forschung und Lehre, den sie an einen großen Kreis verteilten. „Wir wollten national und international zeigen, was wir geleistet haben.“

Später führte er die Fakultät noch einmal fünf Jahre an – mit dem Ehrgeiz, ihre Spitzenposition auszubauen und Probleme zu überwinden, die auch mit einer neuen Strategie des Landes zu tun hatte. Das Land habe seinerzeit, so Schmid, Karlsruhe 15 Wissenschaftlerstellen gekürzt, um Kapazitären für den Aufbau einer Technischen Informatik an der Universität Mannheim zu haben. Mannheim habe zwar einen hervorragenden Ruf in den Wirtschaftswissenschaften gehabt, aber eben keine technische Ausrichtung.: „Das ist, wie wenn Sie am Nordpol Ananas züchten wollen“, moniert Schmid auch heute noch. Er gewann die Universitätsleitung dafür, einen Teil der Karlsruher Stellen aus ihrem Etat zu bezahlen und so die Kürzung erträglich zu gestalten.(ele)
Letzte Änderung: 19.02.2009 10:32